Zum Freiheitsdiskurs um 1960 von , in .

Die Debatte um den Begriff „Freiheit“ in der frühen Bundesrepublik war natürlich implizit stark von den Erfahrungen mit der nationalsozialistischen Diktatur geprägt. Sie spielte sich vor allem, aber keineswegs ausschließlich im Umfeld derjenigen politischen Richtung ab, die den Freiheits-Bezug schon im Parteinamen führte: der Liberalismus. Deshalb wird der „Freiheits­diskurs“ hier anhand von zeitgenössischem Material dargestellt, das sich im zum Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit gehörigen Archiv des Liberalismus (Gummersbach) befindet. Trotz dieser naturgemäß beschränkten Auswahl können die vielfältigen Aspekte der expliziten Debatte aufgezeigt werden: Da ist zunächst die Debatte um den grundsätzlichen Stellenwert von Freiheit, die u. a. nach dem Zusammenhang von Freiheit und Bindung der Freiheit und Sicherheit oder nach der identitätsstiftenden Kraft der Freiheit für eine Nation oder einen Kontinent fragt. Da ist sodann die Debatte, die Freiheit als Gegenpol zu neuen tota­litären Bedrohung aus dem Osten bewahren will und die besonders von denen geführt wird, die diese Be­drohung am eigenen Leib erfahren haben. Da ist natürlich auch die Debatte um die Rolle der Wirtschaft in einer freiheitlichen Gesellschaft und da ist schließlich die Debatte um die freiheitliche Weiterentwicklung der bundesrepublikanischen Gesellschaft, welche schon auf die politische Agenda der Jahre ab 1968 hinweist.