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Aus einem Briefwechsel zwischen Christian Mayer und Ingrid Burgbacher-Krupka:

„Einerseits geht es genau hierum: Wenn etwas scheinbar verschwunden ist, wenn etwas verschwindet, dann tauchen die Geschichten auf. Andererseits geht es um Sprache und damit um Klang. Und um eine Vermischung von Zeiten, die dadurch untrennbar werden, sich zu einer Zeit verdichten, auch wenn das Material für dieses Video aus ver­scheidenden Zeiten stammt. Titel des Videos: ULAM. So nannte Anthony Burgess eine Sprache, die er 1980 im Auftrag des französischen Regisseurs Jean-Jaques Annaud für den Film La guerre du feu erfand, eine Sprache, die so klingen sollte wie die Sprache von Stein­zeitmenschen vor ca. 80.000 Jahren. Annaud wollte in dem Film einerseits eine Abenteuer­geschichte erzählen, andererseits sollte auf dem damals neuesten wissenschaftlichen Stand ein möglichst akkurater Einblick geliefert werden, wie die Menschen damals aussahen, wie sie sich verhielten, und wie sie sprachen (ganz am Beginn der Sprache, als sie sich noch rasant entwickelte). Burgess ging das gemeinsam mit Desmond Morris an, dem damals bekanntesten Anthropologen, da sie von einer sehr engen Verzahnung von oraler Sprache und Körpergestik ausgingen. Was daraus ent­stand, war eben die Sprache ULAM, in der der komplette Film gedreht wurde, ohne Untertitel.“ (Christian Mayer)