Three Stops for an Animal ­Architecture under Gravity von , in .

Die Architektur der Modehäuser fordert die Kunst heraus. Wie die marmorne Glätte und Kühle des Lichthofs im EFC beleben? Mit einer sinnlichen Großskulptur des brasilianischen Künstlers Ernesto Neto: „Three Stops for an Animal Architecture under Gravity“ (Dreimal Halt für eine Tier-Architektur unter Schwerkraft) aus der Genealogie des Lebens, eines sich mehrfach verzweigenden Wesens, oben unterm Lichtdach angeknotet, am Boden durch das Gewicht weißer Perlen gehalten, die gesamte Raumhöhe durchspannend. Die hautähnlichen Oberflächen und das weiche Licht entwickeln eine starke physische Präsenz. Die skulpturale Kraft Netos beruht auf einem einfachen, wie wunderbaren Griff in das heutige Textilgewerbe: die Verwendung von transparentem Stretchgewebe. Sie gründet auf Formen, die von abstrakt-konkreter Kobinatorik der historischen Vorbilder (Franz Weissmann, Lygia Clark u. a.) zum eigenen Körper gelangen, diesen als Skulptur begreifen und im performativen Umgang die menschlichen Physis erkunden. Gewiss ist den Körperformen eine gewisse Theatralik eigen, aber mehr noch eine implizite Erotik.