The Bride Who Married a Camel´s Head von , in .

Die Komposition, ein feierliches Medaillon. Es zeigt den grazilen Körper einer schwarzen Frau in einem orna­mental vegetabilen Rankenwerk. Das Bild, aus Glamour­foto Cut-ups der Modemagazine mit maschinellen Versatzstücken collagiert, ist auf glatter, milchglasartig durchschimmernder Mylar-Folie ausgeführt, durch deren Oberflächenbeschaffenheit Fotomontage und farbliche Eingriffe verschmelzen und Collage in Malerei übergeht. Das mit glitzernden Pigmenten und Steinen überhöhte figurativ stilisierte Endprodukt verströmt eine ebenso traumhafte wie albtraumhafte Aura. Das
Fotografische als Basis der Collage der heute selbst­bewusst im Westen lebenden Künstlerin mag den Blick auch auf die ‚vampiric machine’ lenken, wie sie die Archive westlicher Fotografen in ihrer ambivalenten Einstellung zu Afrika zeigen. Als Beispiel, die glamourösen Fotografien des Amerikaners Peter Beard, der das menschlich Afrikanische einbettet in eine animalische Umgebung („in verrenkter kolonialer Fantasie“ Okwui Enwezor) – seltsam fremdartig, berauschend, fleischlich, primitiv, wild, leuchtend, exotisch, mysteriös. Unter diesem Blickwinkel könnte Mutus Collagediskurs als ästhetische Strategie zur (Selbst)Auflösung des westlichen Blicks auf Afrika aufscheinen. „This you call civilization?“/ Nennt man dies Zivilisation? Mutu

Courtesy: Sammlung Deutsche Bank, Victoria Miro Gallery, London