Gedankenfreiheit von , in .

Während die Ökonomieexperten die Kanzeln erklimmen, steigt der Künstler Nikhil Chopra in khakifarbener Uniform – eines Wärters/Wächters/Colonial Officers? – nebenan auf den Tisch und verharrt bis zum Ende des Disputs wie eine Skulptur auf ihrem Sockel, regungs­los. Dann plötzlich, springt er vom Tisch, fällt auf den Boden, bleibt liegen, sodass Besucher meinen, der regungslosen Gestalt helfen zu müssen. Doch diese ist nicht ansprechbar, ist ganz bei sich. nach diesem skulpturalen Einstieg beginnt Chopra, dessen papierne Uniform mittlerweile Schaden genommen hat, mit einer Wandzeichnung des Hohenasperg, der gut erhal­tenen Festung aus dem 16. Jahrhundert , die seit dem 18. Jahrhundert bis 1945 als württembergisches Staatsgefängnis diente und von der es im Volksmund heißt: Man braucht kurze Zeit rauf und viele Jahre runter. Prominente „politische Gefangene“, namenhafte Intellek­tuelle und Künstler saßen hier ein, wie Süß-Oppenheimer, Schubart, Friedrich List, Karl August Hase, auch Sinti und Roma. Am nächsten Morgen kehrt er, sich wie eine Drag Queen kostümierend, die weibliche Seite hervor. Auf den Knien, den Hohenasperg im Rücken, hält er den Blick aus dem Fenster auf den menschen­leeren Marktplatz in einer Bodenzeichnung fest. Zum Abschluss entledigt er sich mit vehementer Bewegung aller Bekleidung verlässt als nackter Mensch den Raum.