Das Netz der lebenden Gestalt von , in .

Auf den Wänden des Raumes sind die Seiten des Buches in Leserichtung ausgebreitet. Das Netz der lebenden Gestalt, von seinem Autor als „Fantastereien eines Artfremden“ bezeichnet, liest sich wie ein naturwissenschaftliches Poem, das an das Lehrgedicht des Lukrez De rerum natura (Über die Natur der Dinge) erinnert. Lukrez hat in Anlehnung an die griechische Lehre seines großen Meisters Epikur gezeigt, woraus die Welt besteht, wie sie entstand – in Betonung der Lehre von den Atomen, aus denen in immer neuen Kombinationen alles hervorgeht: Mensch, Tier, Pflanze. Frei Otto widmet sein Buch Johann-Gerhard Helmcke (1908 – 1993), Mitglied der Forschungsgruppe „Biologie und Bauen“. Dem Buch stellt er folgende Worte voran – „das allseitig geschlossene, mit Wasser gefüllte feinmaschige Netz, ein biegeunsteifes, zugbeanspruchbares, zumeist unter Innendruck stehendes räumliches Tragwerk als Modell für Struktur, Konstruktion und Entstehung der Gestalten der lebenden Natur.

Wir danken Ulrich Keicher für den Neudruck der Einzelseiten für diese Ausstellung.