Architecture without building von , in .

Der hochbetagte Yona Friedman ist eine der heraus­ragenden und äußerst vielseitigen Figuren des städtebaulichen Diskurses. Er zeichnet Städte („ville spatiale“) aufsteigend auf kolossalen Traversen, „schwebend“ über Metropolen, Flüsse oder Sümpfen, vier Kontinente verbindende Brücken, mehrstöckige städtische Gärten, Wohngebiete aus Wasserleitungen. In seinen Comic-Handbüchern liefert er Hinweise für das Überleben von Menschen in schwierigen Situationen, verkündet, das anstelle von Architekten, jeder sein eigenes Haus planen und bauen sollte. Obwohl seine Pläne fast ausnahmslos auf Papier blieben, sind Friedmans Ideen in den letzten zwanzig Jahren unvermeidlich für all diejenigen, die sich für ein nachhaltiges urbanes Leben, für Architektur in Krisensituationen engagieren. Neben ihrer urba­nistischen, ökologischen und sozialen Relvanz haben Friedmans städtische Visionen oft zeitgenössische Kunst inspiriert, ja, sind heute selbst als Kunstwerke auf bedeutenden Ausstellungen präsent.

Courtesy: Galerie Chantal Crousel, Paris