Angsteisen von , in .

Die Arbeiten des Künstlers Karsten Födinger strahlen eine rohe Körperlichkeit aus. Materialien wie Beton, Eisen und Gibskartonplatten bringen Kraft und Funktionalität zum Ausdruck und werden in ähnlicher Weise behandelt wie im täglichen Gebrauch in der Baukonstruktion: sich gegenseitig verstärkend und oftmals durch Holz und Gerüstmaterial geschützt, so als befänden sie sich kurz vor ihrer Fertigstellung. Födingers Skulpturen erinnern an die fesselnde Einfachheit des Minimalismus und der Prozesskunst. Angsteisen füllt den Raum vollständig aus und bezieht sich auf den übermäßigen Gebrauch von Armierung­seisen durch den Eisenleger, um die statische Stabilität einer Struktur sicherzustellen, die ohne Berechnungen durch einen Ingenieur hergestellt wurde. Die Arbeit besteht aus einem doppellagigen, 25 cm hohen Eisen­gitter, dessen Maße gänzlich vom Grundriss des Raumes vorgegeben werden. Dieses schafft die Voraus­setzungen, ein Fundament aus Beton auf den Boden zu gießen. Die Eisenstäbe verlaufen überkreuz mit einem Abstand von 15 cm, an den seitlichen Flanken der Struktur liegen sie näher beieinander, um die potenziell wirkenden Lasten der tragenden Struktur des
Gebäudes abzupuffern. Der Raum selbst liefert die Begrenzung: bauliche Grundlagen, die durch die Ab­wesenheit des Betons sichtbar werden.